Die dbb jugend hat die umgehende Übertragung des Tarifabschlusses der Länder auf die Anwärter im gesamten Bundesgebiet gefordert. „Die Arbeitgeber dürfen jetzt nicht zögern, das Tarifergebnis zeit- und inhaltsgleich auf die Anwärter zu übertragen. Wir riskieren sonst eine weitere Abkopplung der Anwärterbezüge von den Reallöhnen der freien Wirtschaft und damit einen weiteren Attraktivitätsverlust des öffentlichen Dienstes als Arbeitgeber für junge Menschen“, sagte Michael Westphal, Vorsitzender der dbb jugend.
Bereits jetzt hätten öffentliche Verwaltungen große Probleme, geeignete Nachwuchskräfte zu finden. Gleichzeitig appellierte er an die aus der Tarifgemeinschaft ausgestiegenen Bundesländer Hessen und Berlin, sich ebenfalls an den Tarifergebnissen zu orientieren: “Wir brauchen keine weitere Zersplitterung im Tarif- und Besoldungsgefüge sondern gleichwertige Bedingungen für alle.“
Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) hatte sich am Vormittag des 1. März 2009 in Potsdam mit den Gewerkschaften im Tarifstreit der Länder auf eine durchschnittlich mehr als fünfprozentige Einkommenserhöhung bis 2010 geeinigt. Für die Auszubildenden sollen die Vergütungen ebenfalls ansteigen: 60 Euro mehr im Monat ab 1. März 2009 und eine weitere lineare Erhöhung von 1,2 Prozent für das Jahr 2010.
Die Bereitschaft der Arbeitgeber, Auszubildenden im Landesdienst Anschlussverträge mit zwölfmonatiger Laufzeit in Aussicht zu stellen, wertete Westphal als Signal in Richtung Nachwuchsgewinnung. „Die altersbedingten Abgänge werden in absehbarer Zeit enorm zunehmen. Da muss es auch im Interesse der öffentlichen Arbeitgeber sein, gut ausgebildetes Personal zu rekrutieren und langfristig zu halten“, so der dbbj-Vorsitzende. Schließlich läge die Zukunft des öffentlichen Dienstes und damit einem der wichtigsten Wirtschaftsstandortfaktoren Deutschlands in den Händen unserer jungen Generation. Westphal: „Die Arbeitgeber haben erkannt, dass es sich auch in Krisenzeiten lohnt zu investieren und zwar in die einzig verlässliche Wertanlage: in die Jugend.“