Nach Auffassung des stellvertretenden Vorsitzenden der dbb jugend,
Thomas Löwe, ist es dringend erforderlich, dass so-wohl in den Familien als
auch in den Schulen ein angemessener Umgang mit Internet und Computer
vermittelt werden muss. „Die richtige Nutzung von Medien kann man nicht
isoliert erlernen. Vielmehr bedarf es eines kreativen Gesamtkonzeptes, das
sowohl die Eltern als auch die Lehrer bei ihrer verantwortungsvollen Aufgabe
unterstützt“, sagte der dbbj-Vize am 7. April 2009 in Berlin.
Löwe warnte davor, die Debatte zu emotionalisieren und sprach sich gegen ein
simples Verbot von gewaltverherrlichenden Video- und Onlinespielen aus. Auch
die vorschnelle Einführung eines Medienführerscheins, wie ihn Bayerns
Staatskanzleichef Siegfried Schneider zuletzt forderte, sieht Löwe kritisch.
„Zunächst müssen wir das genaue Konzept kennen. Dann erst können wir
beurteilen, ob sich ein Medienführerschein als Allheilmittel eignet.
Schließlich dürfen wir nicht vergessen, dass es Hauptaufgabe der Eltern ist,
ihren Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit den neuen Medien zu
vermitteln – und dass dieses den meisten auch vorbildlich gelingt.“
Ein einheitliches Mediennutzungskonzept könne jedoch helfen, die Kenntnisse
der Eltern zu erweitern, ergänzte Löwe: „Wir müssen vor allem die Familien in
die Debatte einbeziehen, in denen Medien unreflektiert konsumiert werden.
Schließlich entstehen die meisten Probleme dort, wo Eltern zu wenig mit ihren
Kindern sprechen.“