Mit Empörung hat die dbb jugend auf die jüngsten Äußerungen des Finanzwissenschaftlers Bernd Raffelhüschen reagiert, der sich vor dem Hintergrund neuer Berechnungen der von ihm mit geleiteten neoliberalen „Stiftung Marktwirtschaft“ gegen eine „Bevölkerungspolitik, die auf eine Erhöhung der Geburtenzahlen ausgerichtet sei“, ausgesprochen hatte. Eine solche „helfe im Kampf gegen die zerrütteten Staatsfinanzen nicht weiter. Vielmehr würden zusätzliche Kinder das Problem sogar noch weiter verschärfen. Zwar würden aus den Kindern die späteren Steuer- und Sozialabgabenzahler. Doch zunächst einmal kosteten sie den Staat viel Geld“, sagte Raffelhüschen laut Tageszeitung „Die Welt“ am 12. Oktober 2009.
„Kinder sind kein Kostenfaktor des Staates, sondern seine Zukunft“, kritisierte die dbb jugend-Vorsitzende Sandra Hennig Raffelhüschens Argumentation. „Wer diesen Sachverhalt anders interpretiert, ist an Zynismus nicht mehr zu überbieten“, so Hennig. Geld, welches der Staat für den Nachwuchs ausgebe, sei eine unabdingbare Investition in die Zukunft des Gemeinwesens, „ohne Kinder gibt es kein Morgen, das sollte auch Herr Raffelhüschen, immerhin dreifacher Vater, wissen“. „Wenn wir jetzt eine absurde Diskussion darüber eröffnen, dass nur jene Kinder erwünscht sind, die im Laufe ihres Lebens all ihre jemals empfangenen staatlichen Leistungen in Form von Steuern und Abgaben zurück zahlen, können wir den Laden gleich dicht machen.“ Es sei skandalös, so Hennig, dass der Freiburger Wissenschaftler seine populistischen Thesen so unwidersprochen verbreiten könne.