Die dbb jugend hat die Ergebnisse einer aktuellen Studie im Auftrag des Bundesinnenministeriums zur Gewaltbereitschaft Jugendlicher am 19. März 2009 als teilweise alarmierend bezeichnet. „Zwar stellt die Untersuchung einen allgemeinen Rückgang jugendlicher Gewalttaten fest und belegt einmal mehr, dass Vorfälle wie der Amoklauf in Winnenden zu den Ausnahmen gehören. Jedoch zeigt sie auch, dass sich Jugendliche in zunehmendem Maße mit rechtsextremen Gruppierungen identifizieren“, sagte Thomas Löwe, stellvertretender Vorsitzender der dbb jugend.
Löwe warnte davor, diese Entwicklung auf die leichte Schulter zu nehmen: „Wenn sich fünf Prozent der männlichen Jugendlichen und knapp drei Prozent der Mädchen zu ausländerfeindlichen Gruppen hingezogen fühlen, dann können wir das nicht länger ignorieren und als „pubertäre Phase“ abtun. Wir müssen anfangen, genau hinzusehen und gemeinsam mit den Jugendlichen im Gespräch herausfinden, warum sie sich ihre Vorbilder in extremistischen Gruppierungen suchen.“ Einen Grund für die steigende rechtextreme Gesinnung sieht Löwe in fehlenden Alternativen und mangelnder persönlicher Betreuung der Kinder. „Nur wenn Lehrer, Eltern und Politiker eng zusammen arbeiten und die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen endlich in ihre Überlegungen mit einbeziehen, können wir unserem Nachwuchs neue Orientierung anbieten. Dazu müssen wir das Potential, das in unseren Schulen steckt, endlich voll ausschöpfen und dringend mehr qualifizierte Pädagogen an die Schulen holen.“