Die dbb jugend hat den Vorschlag der Bundesbildungsministerin Annette Schavan, Praktiker aus der Wirtschaft als Aushilfslehrer einzusetzen, als „Karnevalsscherz“ bezeichnet. "Frau Schavan hat diesmal wirklich Sinn für Humor bewiesen. Ihr Vorschlag, Manager als Lehrer abzukommandieren, passt in die jecke Zeit“, sagte der Vorsitzende der dbb jugend, Michael Westphal am 24. Februar 2009.
Zu kurzsichtig und beinahe naiv nannte der dbbj-Vorsitzende die Idee der Ministerin, Spezialisten aus der Industrie ohne pädagogische Ausbildung auf Schüler loslassen zu wollen. "Es reicht nicht aus, im Beruf ein hervorragender Praktiker zu sein, um als Lehrer erfolgreich bestehen zu können. Unsere Schüler brauchen pädagogisch ausgebildete Lehrer und haben es nicht verdient, mit Aushilfslehrern abgespeist zu werden“, erklärte Westphal. Die jahrelange Sparpolitik der Länder habe dem Berufsstand der Lehrer ernsthaften Schaden zugefügt und sein Ansehen in der Gesellschaft stark beeinträchtigt. Westphal: „Der Beruf ist so unattraktiv wie niemals zuvor: Schlechte Arbeitsbedingungen, Rückgang der Verbeamtungen und sinkende Löhne sind der Grund für den eklatanten Lehrermangel. Hier müssen wir ansetzen, anstatt die klaffende Personallücke mit billigen Provisorien zu überbrücken. Schließlich sinken mit jeder unzureichend besetzten Pädagogenstelle auch die Chancen unserer Schüler auf einen ordentlichen Schulabschluss.“