Junge Beschäftigte und Auszubildende im Landesdienst haben am 27. Januar 2009 auf dem Aachner Münstermarkt für bessere Zukunftsperspektiven im öffentlichen Dienst demonstriert. Mit ihrem Aufmarsch machten die jungen Beschäftigten auf die schlechte Situation von Auszubildenden aufmerksam. Anlass zum Protest gab die erneut ergebnislos gebliebene zweite Runde im Tarifstreit der Länder vom 26. Januar 2009 zwischen TdL und Gewerkschaften.
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„Junge
Menschen treten in den Staatsdienst ein und absolvieren dort eine hochwertige
und anspruchsvolle Ausbildung. Das Problem an der Sache ist nur, dass diese
Ausbildung außerhalb des Staatsdienstes keinen interessiert“, erklärte Markus
Schallenberg, Tarifexperte der dbb jugend nrw. Die Chance, einen
Verwaltungsfachangestellten in der freien Wirtschaft zu vermitteln sei fast so
schlecht wie die eines Ungelernten. Jedoch könne der öffentliche Dienst nur
mit jungen Leuten an Bord langfristig leistungsfähig bleiben, so Schallenberg.
Schon wegen des demographischen Wandels muss der öffentliche Dienst für junge
Leute attraktiv bleiben.
Schallenberg appellierte an die Verhandlungsführer, das Ungleichgewicht der Einstiegsgehälter zwischen Land, Bund und Kommunen auszugleichen und „für die gleiche Tätigkeit auch das gleiche Geld“ zu bezahlen. Schallenberg: „Warum erhält ein junger Mensch nach einer anspruchsvollen Ausbildung von drei Jahren im Dienst der Länder als Berufseinsteiger nur 1.740 Euro brutto und muss dafür 50 Minuten länger pro Woche arbeiten, während ein absolut gleich qualifizierter Arbeitnehmer im Dienst des Bundes und der Kommunen für den gleichen Job über 100 Euro mehr erhält? Ist das gerecht?“
Die dbb jugend vertritt die jungen Beschäftigten, Auszubildenden und Beamtenanwärter im dbb beamtenbund und tarifunion. In der Einkommensrunde 2009 hat sie gemeinsam mit dem dbb-Dachverband die Forderung nach acht Prozent mehr Einkommen – mindestens jedoch 200 Euro – gestellt. Für Auszubildende wurden 120 Euro sowie deren Übernahme gefordert. Als gewerkschaftliches Dach aller Statusgruppen hat der dbb klargestellt, dass eine zeit- und inhaltsgleiche Übertragung des Tarifabschlusses auf den Beamtenbereich unabdingbar ist.