Auf Ablehnung stoßen bei der dbb jugend die Pläne der
schwarz-gelben Bundesregierung, ab 2013 ein Betreuungsgeld in Höhe von 150
Euro monatlich für Eltern einzuführen, die ihre Kinder bis zu drei Jahren zu
Hause betreuen. „Wir haben ernste Zweifel daran, dass das Betreuungsgeld
tatsächlich für mehr Förderung und bessere Bildung der Kinder sorgen wird“,
sagte die dbb jugend-Vorsitzende Sandra Hennig: „Die Erfahrung lehrt uns
leider, dass derlei Bargeldalimentationen nur selten bei den Kindern selbst
ankommen, sondern einfach in den laufenden Familienetat einfließen.“
Familienarbeit sei wichtig und müsse in jeder Hinsicht unterstützt werden,
betonte Hennig. Allerdings sei die Gefahr für Fehlentwicklungen durch das
geplante Betreuungsgeld viel zu groß als dass dieses hierfür geeignet sein
könnte. „In Zeiten massiver Integrationsrückstände müssen Kinder ebenso wie
Eltern raus in die Gesellschaft, und dürfen gerade nicht die Tür vor ihr
verschließen, wozu das Betreuungsgeld sie geradezu animieren würde.“
Auch mit Blick auf arbeitsmarkt- und gleichstellungspolitische
Entwicklungen sei das Betreuungsgeld kritisch zu bewerten, so Hennig. „Anstatt
endlich bessere Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf
in Form von mehr und bezahlbaren Betreuungsmöglichkeiten zu schaffen und damit
wichtige Impulse auf dem Arbeitsmarkt zu setzen, will Schwarz-Gelb jetzt
offenbar längst überwunden geglaubte Zustände zementieren und dafür auch noch
eine Menge Geld zum Fenster rauswerfen.“ Die Millionen Euro wären besser in
den Ausbau von Kinderkrippen-und Kindergärtenplätzen investiert, so Hennig,
dieses Ziel finde sich allerdings nicht im Koalitionsvertrag. „Diese Politik
wird weder zu einer Trendwende in der Bevölkerungsentwicklung noch auf dem
Arbeitsmarkt führen und ist schon gar nicht Schritt in Richtung mehr
Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern“, kritisierte die dbb jugend-Vorsitzende.
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