Um
Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam über die Jugendverbandsarbeit in den
ostdeutschen Bundesländern zu diskutieren, haben sich 18 Mitglieder aus den
Verbänden der dbb jugend vom 17. bis 19. Juli 2009 in Leipzig zu ihrem ersten
„Workshop Ost“ getroffen. Neben Fragen zur Jugendverbandsarbeit und deren
Finanzierung standen an dem Seminarwochenende vor allem die bessere Vernetzung
der Landesjugendbünde und Jugendfachgewerkschaften im Mittelpunkt.
In mehreren Gruppen beschäftigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des
Workshops unter anderen mit den Themen „Start in die Jugendverbandsarbeit“,
„Kommunikation im Verband“ und „Veranstaltungen für Mitglieder“. Zur Debatte
standen auch Fragen der geschlechtergerechten Jugendarbeit und warum der Aspekt
„Gender Mainstreaming“ mehr als aktuell ist. „Noch immer verdienen Frauen
hierzulande beinahe ein Viertel weniger als ihre männlichen Kollegen in
vergleichbaren Positionen. Der öffentliche Dienst muss im Ausgleich von
Lohnungerechtigkeiten eine Vorreiterrolle einnehmen“, erklärte Thomas Löwe,
stellvertretender Vorsitzender der dbb jugend.
Intensiv setzten sich die Workshop Teilnehmer auch mit der öffentlichen
Förderung von Kinder- und Jugendarbeit auseinander. „Ein gewerkschaftlicher
Jugendverband ist auch immer ein Jugendverband im Sinne des Kinder- und
Jugendhilfegesetzes. Deshalb hat Jugendverbandsarbeit einen hohen Stellenwert im
dbbj-Verbund“, stellte Löwe klar. Über den Baustein „Internationaler
Jugendaustausch“ berichtete Alexander Höhn, der im Rahmen des dbb jugend
Austauschprogramms im Mai 2009 nach Israel gereist war.
Networking jetzt!
„Wer sich persönlich kennt, wird bei Bedarf auch zum Telefonhörer greifen und
einen Kollegen anrufen“: Mit diesem Anspruch ist Alexander Siebert von der dbb
jugend Thüringen in den Workshop gegangen. „Meine Erwartungen haben sich mehr
als erfüllt. Meine Kollegen und ich nehmen neue wertvolle Ansätze der
Jugendverbandsarbeit mit nach Hause“, sagte der 20-Jährige am letzten
Seminartag. Er sei fest entschlossen, die neu gewonnen Erfahrungen gleich in die
Tat umzusetzen.
Die erste Gelegenheit zum Netzwerken bieten die Neuwahlen der
Landesjugendleitungen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. „Wir sind am
Start und werden unsere Kollegen in diesen Ländern unterstützen. Ich bin sicher,
dass es in absehbarer Zeit in allen Ländern gutvernetzte Landesjugendleitungen
geben wird. Neue Kommunikationsmittel, Web 2.0-Aplikationen und neuen
Onlinedienste erden dabei eine zentrale Rolle spielen,“ bekräftigte Löwe
gegenüber Dietmar Knecht, dbb Landesvorsitzender in Mecklenburg-Vorpommern. Der
Landesbundvorsitzende hatte als Gastredner am Workshop teilgenommen und zum
Thema Finanzierung aktiver Jugendverbandsarbeit referiert. Und schließlich weiß
der 41-Jährige, wovon er spricht: Von 2004 bis 2007 war er selbst Vorsitzender
der dbb Bundesjugendleitung.