Als „beschämend für die gesamte Gesellschaft“ hat die dbb jugend
Vorsitzende Sandra Hennig anlässlich des diesjährigen 1. Mai-Feiertags die
immer wieder kehrende Eskalation der Gewalt gegen Polizeibeamte verurteilt.
„Es ist beschämend für die gesamte Gesellschaft, wie hierzulande jene
traktiert werden, die Tag für Tag, Nacht für Nacht unser aller Sicherheit,
unsere Gesetze, unsere Verfassung und unsere Freiheit verteidigen“, sagte
Hennig in Berlin, wo bei Ausschreitungen rund um den 1. Mai-Feiertag ebenso
wie in Hamburg und anderen Städten erneut zahlreiche Polizistinnen und
Polizisten verletzt worden waren. „Bei Demonstrationen, Fußballspielen,
Rockkonzerten oder Volksfesten halten die Polizeibeamten ihren Kopf fürs
Gemeinwohl hin. Zum Dank dafür werden sie immer häufiger beleidigt,
diffamiert, getreten, geschlagen und mit Steinen beworfen. Trotz maßloser
Provokationen müssen sie gelassen bleiben, trotz brutaler Gewalt
deeskalierend wirken, in Situationen äußerster Aggressivität die Ruhe
bewahren. Vergütet wird ihnen das spärlich – rund 2.000 Euro brutto verdient
ein junger lediger Polizeibeamter“, kritisierte Hennig.
„Wir können stolz sein auf unser Grundgesetz und die Demonstrationsfreiheit.
Mindestens ebenso stolz aber sollten wir auch auf die Menschen sein, die
diese Werte täglich ganz handfest verteidigen“, forderte Hennig. „In den
Uniformen und Schutzanzügen stecken Menschen, Mütter, Väter. Zu Hause bangt
die Familie, vor Ort wird die Psyche belastet, unregelmäßiger Schichtdienst,
veraltete Ausstattung, Angst vor eigenem Fehlverhalten bestimmen ihren
Alltag. Jahr für Jahr werden tausende Polizisten im Dienst verletzt:
Prellungen, Gehirnerschütterungen, Knochenbrüche, Stich- und Brandwunden
heilen, die seelischen Verletzungen bleiben.“
Mit mehr gesellschaftlicher Achtung für die Polizeiarbeit und einer Strafverschärfung beim Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte müsse endlich dem Problem der Gewalt gegen Polizisten ernsthaft begegnet werden, forderte Hennig, „das Kleinreden und Verharmlosen muss ein Ende haben“.
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