Mai-Krawalle 2010
Gewalt gegen Polizeibeamte – Hennig: „Beschämend für die gesamte Gesellschaft“

Als „beschämend für die gesamte Gesellschaft“ hat die dbb jugend Vorsitzende Sandra Hennig anlässlich des diesjährigen 1. Mai-Feiertags die immer wieder kehrende Eskalation der Gewalt gegen Polizeibeamte verurteilt.
 
„Es ist beschämend für die gesamte Gesellschaft, wie hierzulande jene traktiert werden, die Tag für Tag, Nacht für Nacht unser aller Sicherheit, unsere Gesetze, unsere Verfassung und unsere Freiheit verteidigen“, sagte Hennig in Berlin, wo bei Ausschreitungen rund um den 1. Mai-Feiertag ebenso wie in Hamburg und anderen Städten erneut zahlreiche Polizistinnen und Polizisten verletzt worden waren. „Bei Demonstrationen, Fußballspielen, Rockkonzerten oder Volksfesten halten die Polizeibeamten ihren Kopf fürs Gemeinwohl hin. Zum Dank dafür werden sie immer häufiger beleidigt, diffamiert, getreten, geschlagen und mit Steinen beworfen. Trotz maßloser Provokationen müssen sie gelassen bleiben, trotz brutaler Gewalt deeskalierend wirken, in Situationen äußerster Aggressivität die Ruhe bewahren. Vergütet wird ihnen das spärlich – rund 2.000 Euro brutto verdient ein junger lediger Polizeibeamter“, kritisierte Hennig.
 
„Wir können stolz sein auf unser Grundgesetz und die Demonstrationsfreiheit. Mindestens ebenso stolz aber sollten wir auch auf die Menschen sein, die diese Werte täglich ganz handfest verteidigen“, forderte Hennig. „In den Uniformen und Schutzanzügen stecken Menschen, Mütter, Väter. Zu Hause bangt die Familie, vor Ort wird die Psyche belastet, unregelmäßiger Schichtdienst, veraltete Ausstattung, Angst vor eigenem Fehlverhalten bestimmen ihren Alltag. Jahr für Jahr werden tausende Polizisten im Dienst verletzt: Prellungen, Gehirnerschütterungen, Knochenbrüche, Stich- und Brandwunden heilen, die seelischen Verletzungen bleiben.“

Mit mehr gesellschaftlicher Achtung für die Polizeiarbeit und einer Strafverschärfung beim Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte müsse endlich dem Problem der Gewalt gegen Polizisten ernsthaft begegnet werden, forderte Hennig, „das Kleinreden und Verharmlosen muss ein Ende haben“.

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