dbb jugend zur Fachkräftemangel-Debatte:
Deutschland muss erst mal Hausaufgaben machen

Mit der Aufforderung, in Deutschland zunächst brach liegende Potenziale auszuschöpfen, anstatt qualifizierte Einwanderer anzuwerben, hat sich die dbb jugend in die aktuelle Diskussion über den Fachkräftemangel eingeschaltet.

"Dass der Fachkräftemangel insbesondere aufgrund der demografischen Entwicklung schon längst da ist, betonen wir seit Jahren", sagte dbb jugend-Chefin Sandra Hennig in Berlin, "allerdings ist es ja nicht so, dass wir die Humanressourcen, die wir in Deutschland haben, bereits heute voll ausschöpfen." Hennig stellte klar, dass der Mangel dadurch verschärft würde, dass ein großer Teil der Bevölkerung gar nicht in der Lage sei, einer qualifizierten Beschäftigung nachzugehen. "Experten zufolge stecken schon heute 15 bis 20 Prozent der Jugendlichen in einem Teufelskreis. Sie kommen oft aus sozial schwachen Familien, die meisten haben einen Migrationshintergrund, und wie ihren Eltern gelingt es ihnen selten, die Hürden Bildungsarmut und geringe berufliche Qualifikation zu überwinden", so die dbb jugend-Vorsitzende. Noch dramatischer sei die Lage, wenn man berücksichtige, dass laut einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages mehr als die Hälfte der Unternehmen zumindest einen Teil der Lehrlinge, die einen Schulabschluss haben, zunächst in die Nachhilfe schicken müsse.

"Deutschland hat seine Hausaufgaben in Sachen Qualifizierung also noch längst nicht gemacht", stellte Sandra Hennig klar. "Solange in kaum einem anderen Industrieland der Bildungserfolg so stark von der Herkunft abhängt wie hierzulande, solange offensichtlich das, was in unseren Schulen gelehrt und gelernt wird, nicht zur Ausbildungsreife reicht, brauchen wir uns nicht um Fachkräfte aus dem Ausland bemühen, sondern sollten uns schleunigst darum kümmern, die vorhandenen Potenziale zu heben und voll zu nutzen, also: frühkindliche Bildung und Schule optimieren, Integration auf allen Ebenen forcieren, unsere besten Köpfe suchen und fördern!"

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