Alarmiert zeigt sich die dbb jugend angesichts der aktuell bekannt gewordenen Zahlen aus dem Entwurf des „Berufsbildungsberichts 2010“ der Bundesregierung. Danach könnte der Mangel an geeigneten Lehrstellenbewerbern schon bald zu einem Wachstumshemmnis für den Standort Deutschland werden, weil die Wirtschaft wegen der geburtenschwachen Schulabgängerjahrgänge jeden jungen Menschen brauche. Einerseits gestalte sich der Einstieg in Ausbildung für viele Jugendliche weiterhin schwierig. Andererseits herrsche schon jetzt in einigen Regionen Bewerbermangel, sodass Betriebe ihre Ausbildungsstellen nicht besetzen können, heißt es in dem Papier. Nach wie vor erreiche eine große Zahl junger Menschen weder den Schulabschluss noch eine voll qualifizierende Ausbildung, schon heute haben 15 Prozent zwischen 20 und 29 Jahren keinen Berufsabschluss. Zudem wird jeder fünfte Ausbildungsvertrag (21,5 Prozent) vorzeitig wieder gelöst.
Die Regierung forderte sowohl von den Unternehmen als auch von der
Bildungspolitik der Länder, sich verstärkt dieser Gruppe anzunehmen – „schon
aus Eigeninteresse für die eigene Fachkräftesicherung“.
„Die Bundesregierung darf sich in diesem Punkt nicht so einfach aus der
Verantwortung verabschieden“, kritisierte die dbb jugend-Vorsitzende Sandra
Hennig. „Wenn keine geeigneten und schnell wirksamen Gegenmaßnahmen
ergriffen werden, schlittert Deutschland sehenden Auges in einen
Arbeitskräftenotstand, von dem sich Volkswirtschaft und Gemeinwesen nicht so
schnell erholen werden“, warnte sie und forderte die Einrichtung eines
nationalen Nachwuchsgipfels: „Politik, Wirtschaft und Öffentlicher Dienst
müssen gemeinsam eine nachhaltige Strategie für Nachwuchsgewinnung und
-pflege entwickeln und umsetzen. Wenn die ohnehin immer weniger werdenden
potenziellen Arbeitskräfte auch noch immer öfter wegen mangelnder
Qualifikation und Leistungsbereitschaft noch nicht einmal ausbildungsfähig
sind, muss neben der Schaffung familienfreundlicher Lebens- und
Arbeitsbedingungen ab Kinderkrippe aufwärts offen über eine Komplettrevision
von Bildung und Nachwuchsförderung in diesem Land diskutiert werden“, so
Hennig.
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