Mehrere hundert Beschäftigte und Auszubildende aus dem Kommunal- und Bundesdienst in Bayern sind am 5. Februar 2010 dem Aufruf von dbb jugend bayern und dbb tarifunion gefolgt und haben vor dem Hintergrund der laufenden Tarifverhandlungen für den Öffentlichen Dienst in Nürnberg ihrer Forderung nach mehr Gehalt und einer besseren Nachwuchspolitik lautstark Nachdruck verliehen. Unter dem Motto „Jugend ist MEHRWERT“ machten die jungen Beschäftigten in Reden und an Infoständen auf die Situation im Öffentlichen Dienst aufmerksam.

„Wir haben es satt, als Beschäftigte im
Öffentlichen Dienst ständig den vermeintlich sicheren Job
vorgehalten zu bekommen. Auszubildende in den Verwaltungen erhalten
meist nur noch Anschlussverträge für drei Monate. Und was passiert
danach? Der Öffentliche Dienst geht baden, wenn es um den Nachwuchs
geht, denn die Verwaltungen sind hoffnungslos überaltert. Im Kampf
um die besten Köpfe müssen die Arbeitgeber mehr tun – darum unsere
Forderung: 100 Euro mehr und eine Übernahmegarantie für alle
Auszubildenden!“, sagte Jörg Kothe, Vorsitzender der dbb jugend
bayern, – „Jugend ist MEHRWERT, auch im Öffentlichen Dienst.“
Sandra Hennig, Vorsitzende der dbb jugend Bund, forderte die
Arbeitgeber auf, endlich ein verhandelbares Angebot vorzulegen:
„Herr Böhle und Herr de Maizière, reagieren sie jetzt! Geben Sie mit
100 € mehr für Azubis und Anwärter Gas im Wettkampf um guten
Nachwuchs! Sichern Sie uns jungen Menschen Lebensqualität! Geben Sie
uns Sicherheit mit einer unbefristeten Übernahmegarantie. Es kann
nicht sein, dass junge Menschen nach einer Ausbildung im
Öffentlichen Dienst nicht übernommen werden und dann nicht wissen,
was sie mit ihrer Ausbildung anfangen sollen. Das ist
unverantwortlich! Spart die jungen Menschen nicht kaputt. Ihr
braucht sie!“
Die stellvertretende dbb Bundesvorsitzende
Astrid Hollmann kritisierte die populistische Meinungsmache gegen
die Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes: „Wer dafür sorgt, dass
dieses Land funktioniert, muss sich noch anhören, dass er doch froh
sein kann, überhaupt einen Arbeitsplatz zu haben, dass er eigentlich
schon jetzt viel zu gut bezahlt werde!“ Wer leiste, habe Anerkennung
verdient, forderte Hollmann und betonte: „Die eigene Bezahlung wird
nicht dadurch gerechter, dass es immer noch Berufe gibt, in denen
noch schlechter bezahlt wird. Dumpinglöhne sind nicht unser Maßstab.
Der Staat muss dafür sorgen, dass qualifizierte, junge
Mitarbeiter nachwachsen können – ohne Nachwuchs keine Zukunft.“