Die dbb jugend sieht in der von der Bundesregierung geplanten Wehr-
und Zivildienstreform Chance und Verpflichtung zugleich, grundsätzlich
bessere Rahmenbedingungen für die Personalgewinnung auf dem sozialen
Arbeitsmarkt zu schaffen.
„Die Folgen der Wehrdienstverkürzung auf sechs Monate für den Zivildienst,
der als Wehrersatzdienst ebenfalls auf sechs Monate zu verkürzen ist, sind
durchaus kritisch“, sagte die dbb jugend-Vorsitzende Sandra Hennig in
Berlin. „Die Wohlfahrtsverbände sowie die sozialen Einrichtungen und damit
auch Teile des öffentlichen Dienstes, wo Zivildienstleistende eingesetzt
sind, wird das zweifellos vor neue Herausforderungen im personellen Bereich
stellen.“ Soziale Aufgaben könnten unter Umständen nicht mehr in vollem
Umfang wahrgenommen werden. „Daher sollte die Bundesregierung die
Wehr- und Zivildienstreform als Chance und Verpflichtung zugleich auffassen,
grundsätzlich bessere Rahmenbedingungen für die Personalgewinnung auf dem
sozialen Arbeitsmarkt zu schaffen“, forderte die dbb jugend-Chefin.
„Tatsache ist, dass durch den Einsatz von Zivildienstleistenden
beispielsweise in den Kommunen, etwa in Kliniken oder Kindertagesstätten,
staatliche Aufgaben teilweise auf günstige Arbeitskräfte übertragen wurden.
Hier sollte der Staat als öffentlicher Arbeitgeber künftig seiner
Verantwortung wieder besser gerecht werden und staatliche Aufgaben auch
durch aufgaben- und leistungsgerecht beschäftigte und bezahlte
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfüllen lassen“, so Hennig.
Eine wachsende Bedeutung bei der Erfüllung sozialer Aufgaben misst die dbb jugend neben der staatlichen Daseinsvorsorge auch dem freiwilligen Engagement zu. Deswegen muss die Förderung des Ehrenamtes ein hohes Ziel der Politik sein. „Wir wollen für den öffentlichen Dienst eine Ausweitung der Sonderurlaubstage für das Ehrenamt und eine stärkere Berücksichtigung von sozialem Engagement in der Beurteilung und Beförderung. Junge Menschen, die sich freiwillig für andere einsetzen, dürfen nicht ausgebremst werden“, betonte Hennig.
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