Öffentlicher Dienst: Nachwuchssorgen werden größer

Sandra Hennig, die Bundesvorsitzende der dbb jugend, warnt vor den Folgen des demografischen Wandels für den öffentlichen Dienst: „Bereits heute hat die Altersstruktur ordentlich Schlagseite.“ In den kommenden zehn Jahren würden altersbedingt fast 20 Prozent, also rund 700.000 Beschäftigte, aus dem Dienst ausscheiden. „Das wird uns noch auf die Füße fallen, denn: Die Nachwuchssorgen werden größer“.

Kern des Problems sei, dass der öffentliche Dienst im Vergleich zur Privatwirtschaft immer unattraktiver werde. „Bei der Bezahlung, gerade für Berufseinsteiger, wird von der Politik gerne zuerst gespart. Der Wettbewerb um die besten Leute ist so natürlich nicht zu gewinnen“, so Hennig. „Doch damit nicht genug: Noch immer werden nicht alle Auszubildenden übernommen. Das verschlimmert die Lage erheblich.“

Das Ziel der dbb jugend, in der anstehenden Tarifrunde mit den Ländern die Übernahme aller Auszubildenden zu erwirken, sei daher folgerichtig. Auch die Forderung nach einem Sockelbetrag von 50 Euro plus einer linearen Erhöhung um drei Prozent für alle Beschäftigten komme besonders den niedrigeren Lohngruppen – und damit den Berufseinsteigern – zu gute. „Das ist ein sehr vernünftiges Modell und eine absolut angemessene Forderung.“