Generationen-Gespräch der dbb jugend zum Thema „Armut“

Am 18. April 2011 fand das jährliche Generationen-Gespräch der dbb jugend in Berlin statt. Zentrales Thema war in diesem Jahr die Armut. Gastredner Dr. Rudolf Martens, Leiter der Paritätischen Forschungsstelle, erklärte, eine der Hauptursachen für Armut sei die Entwicklung der Einkommen in den letzten Jahrzenten: „Wir haben erlebt, dass die Einkommenssteigerungen oft genug nur die Inflationsrate ausgeglichen haben – wenn überhaupt. Dabei ist die Produktivität ganz erheblich gestiegen. Davon haben die Beschäftigten aber kaum profitiert.“

Bild: Diskutierten über das Thema "Armut" (v. l.): Bernhard Bröher (BRH), Anna Maria Müller (BAGSO), Michael Eufinger, Birgit Ulrich (beide dbb), Dr. Rudolf Martens (Paritätische Forschungsstelle), Falco Naujoks, Steven Werner, Christoph Opitz, Martin Kusber, (alle dbb jugend). Nicht im Bild: Der stellvertretende Vorsitzende der dbb jugend Thomas Löwe.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer berichteten auch von ihren ganz persönlichen Erfahrungen. Besonders deutlich wurde die Sorge um die Zukunftsfähigkeit des öffentlichen Dienstes, der durch steigende Arbeitsbelastung, Personalabbau und stagnierende Einkommen für junge Menschen immer unattraktiver werde. Hier sei ein grundsätzlicher Politikwechsel erforderlich. Dabei müssten auch die Gewerkschaften mitwirken: Es gehe um mehr, als das bisher Erreichte zu bewahren. Vielmehr sollte, neben Einkommensforderungen, mehr für die Vermeidung von Armut unternommen werden. Alte und junge Beschäftigte könnten sich dabei unterstützen. Beispielsweise, in dem auch die Jugend sich frühzeitig für eine sichere Versorgung im Alter einsetzt und umgekehrt Senioren auf Investitionen in Bildung und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie – Stichwort beispielsweise „Betriebskindergärten im öffentlich Dienst“ – drängen.

Als mögliche Plattform für gemeinsame Aktionen wurde das „Jahr des aktiven Alterns und der Gerechtigkeit zwischen den Generationen“, das derzeit für das Jahr 2012 auf europäischer Ebene diskutiert werde. Einig waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dass es entscheidend sei, den Dialog der verschiedenen Altersgruppen – nicht nur während der Generationengespräche der dbb jugend – aufrechtzuerhalten.

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