Gender Mainstreaming

Gender Mainstreaming bedeutet, dass jeder unabhängig seines Alters, seines Geschlechtes oder seiner ethnischen Herkunft in allen Ebenen und Bereichen des Lebens gleichberechtigt ist. Die dbb Jugend bekennt sich zum Gender Mainstreaming und ist der Auffassung, dass die Problematik in der Gesellschaft, die die konsequente Umsetzung von Gender Mainstreaming notwendig macht, bereits in der Kinder- und Jugendzeit ihren Ursprung hat: Mädchen entscheiden sich, obwohl sie statistisch gesehen die besseren und höheren Schulabschlüsse als Jungen erreichen, noch immer hauptsächlich für Dienstleistungsberufe mit eher geringen Karriere- und Verdienstmöglichkeiten, Jungen dagegen wählen meist aus einem breiter gefächertem Spektrum an technischen Berufsgruppen aus.

Diese Dissonanz setzt sich auch bei der Studienwahl fort. Bedingt durch ihre Berufswahl, verdienen Frauen schließlich meist weniger als Männer und sind, wenn es in der Familiengründungsphase um eine Jobpause geht, meist auch diejenigen, die aufgrund des geringeren Verdienstes und damit des geringeren Einkommensverlustes ihre berufliche Tätigkeit einschränken oder aufgeben. Das wiederum führt teilweise zum absoluten Stillstand des eigenen beruflichen Fortkommens und erschwert Frauen den späteren Wiedereinstieg in ihren Job.

Um diesen Kreislauf zu unterbrechen, sieht die dbb jugend mehrere Anknüpfungspunkte: Zunächst müssen die Bildungschancen für Kinder und Jugendliche unabhängig von Geschlecht, sozialem Stand, nationaler und ethischer Zugehörigkeit angeglichen werden. Schule und Erziehung müssen darauf hinwirken, dass sich Rollenklischees gar nicht erst entwickeln. Durch konsequente Information und Förderung sollen die Interessen junger Mädchen und Jungen über das stereotype Berufsbild hinaus geweckt werden. Befinden sich die jungen Frauen und Männer im Berufsleben, darf Teilzeitarbeit, egal von wem wahrgenommen, kein Hindernis mehr im beruflichen Fortkommen darstellen. Darüber hinaus sieht die dbb jugend die Politik in der Pflicht, für Kinder und Jugendliche ein Betreuungsangebot in Form von kostenfreien/-günstigen  Kinderkrippen- und Kindergartenplätzen, Schulhort sowie weitere Rahmenbedingungen zu schaffen, die es Müttern und Väter erleichtern, Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren.