Demographischer Wandel

Demographischer Wandel heißt, dass sich die Altersstruktur in Deutschland ändert. Mittlerweile überschreitet die Sterberate die Geburtenrate, die Bevölkerung wird immer älter.

Die 11. Koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes sieht die Zahl der 60-Jährigen im Jahr 2050 doppelt so hoch wie die Zahl der Neugeborenen.

Für den Arbeitsmarkt im Allgemeinen und den Öffentlichen Dienst im Besonderen hat der demographische Wandel zur Folge, dass weniger junge Menschen als Berufsnachwuchs zur Verfügung stehen.

Diese Prognose trifft den öffentlichen Dienst umso härter, als dort bereits heute eine Personallücke klafft, verursacht durch eine mangelhafte Einstellungspolitik in den vergangenen Jahren. Verschärft wird die dramatische Personalsituation durch die Altersabgänge der kommenden Jahre, wenn die geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand gehen.

Vor diesem Hintergrund ist absehbar, dass sich um den vorhandenen Nachwuchs ein harter Konkurrenzkampf der unterschiedlichsten Arbeitgeber entwickeln wird. Für die jungen Menschen ist das von Vorteil: Sie können  aus den besten Angeboten auswählen. Ob darunter auch eine Ausbildung im öffentlichen Dienst sein wird, ist fraglich – junge Menschen sind anspruchsvoll und wollen attraktive Einkommens- und Beschäftigungsbedingungen.

Davon ist der öffentliche Dienst noch ein gutes Stück entfernt. Bleibt die Situation, wie sie ist, wird sich die Arbeitsbelastung im öffentlichen Dienst nochmals deutlich erhöhen. Eine Aufgabenminderung durch Bürokratieabbau und Vereinfachung der Gesetze ist kaum zu erwarten. Die Aufgaben am Bürger bleiben, verteilen sich aber auf immer weniger Schultern. Selbst wenn jetzt richtigerweise wieder verstärkt eingestellt wird, muss berücksichtigt werden, dass junge Auszubildende und Anwärter erst nach ihrer Ausbildung voll einsetzbar sind. Vorprogrammierte Überforderung macht ganz sicher keine Lust auf Ausbildung im öffentlichen Dienst.

Daher braucht es eine nachhaltige Gesamtstrategie für die Personalentwicklung im öffentlichen Dienst: Einer realistischen Personalbedarfsberechnung, die sich unabhängig von der Haushaltslage an den Aufgaben des öffentlichen Dienstes orientiert, müssen entsprechend demographiesensible Personalwirtschaft und ein ebensolches Personalmanagement folgen, flankiert von attraktiven Bedingungen für alle Beschäftigten. In punkto leistungsgerechte Bezahlung und  ansprechenden Karriereperspektiven muss es ebenso stimmen wie in Sachen Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie im Gesundheitsmanagement für das Personal.

Generell ist die Politik in Zeiten des demographischen Wandels dazu aufgefordert, ihr Mögliches zu tun, um die Trendumkehr in der rückläufigen Bevölkerungsentwicklung zu schaffen. Durch die Schaffung der entsprechenden Rahmenbedingungen für junge Familien wie beispielsweise ausreichende, gute und bezahlbare Kinderbetreuungsangebote kann eine Steigerung der Geburtenzahlen erreicht werden.