Die Meinungen über Deutschlands öffentlichen Dienst gehen bekanntermaßen weit auseinander. Das belegte erstmals auch eine Studie des forsa-Instituts 2007, bei der es einerseits sehr schlechte Imagewerte für Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst gab, gleichzeitig aber hohe bis sehr hohe Sympathiewerte für die konkreten Berufsgruppen: Feuerwehrleute, Polizisten, Lehrer und Finanzbeamte genießen durchaus ein hohes Ansehen, nicht aber ihr beruflicher Status.
Die dbb jugend sieht in diesem Phänomen das Ergebnis jahrzehntelanger Klischee-Pflege, die es endlich aufzubrechen gilt. Immer wieder erhitzen vermeintliche „Privilegien“ der Beschäftigten im öffentlichen Dienst die Gemüter, das Vorurteil vom verstaubten und überversorgten Bürokraten hält allzu oft jedem sachlichen Gegenbeweis stand. Das Bild des öffentlichen Dienstes in der Öffentlichkeit steht aus Sicht der dbb jugend im krassen Widerspruch zu seinen tatsächlichen Leistungen: Flexibilität, Bürgerorientierung und Leistungsbereitschaft, längst Selbstverständlichkeiten im dienstlichen Alltag, werden noch immer kaum mit jenen rund 4,5 Millionen Menschen in Verbindung gebracht, die solide dafür sorgen, dass dieses Land funktioniert.
Mit Genugtuung nimmt die dbb jugend zur Kenntnis, dass eben dieser Standortvorteil, den Deutschlands öffentlicher Sektor im internationalen Wettbewerb darstellt, zunehmend von den Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft realisiert und entsprechend kommuniziert wird. Vonnöten ist jetzt, diese Erkenntnis jenseits von allen Lippenbekenntnissen in praktische Politik in Form eines modernen, transparenten und leistungsgerechten Tarif- und Dienstrechts umzusetzen. Nur hierüber wird sich langfristig auch das Ansehen des öffentlichen Dienstes in Deutschland wandeln und eines Tages dem entsprechen, was er tatsächlich ist: Einer der besten in der ganzen Welt.