Karriere

Wenn ein Bundesinnenminister öffentlich bekundet, dass derjenige, der in seinem Leben ein möglichst hohes Einkommen erzielen wolle, nicht in den öffentlichen Dienst gehen sollte, ist das an Demotivation kaum zu überbieten. Junge Menschen erwarten persönliche Aufstiegsperspektiven und Karrierechancen statt eines bedrückenden Einerlei. Zu Recht stellen sie an sich und andere den Anspruch, dass sie für ihre eigene Leistung Anerkennung und Honorierung bekommen. Dieser zeitgemäßen Einstellung muss endlich auch im öffentlichen Dienst Rechnung getragen werden, fordert die dbb jugend. Dienstliche Beurteilungen müssen gerecht und transparent sein, um von den Beurteilten akzeptiert zu werden. Ein Beurteilungssystem, das Anerkennung und Lob einer Quotierung unterwirft, kann keine motivierende Wirkung entfalten.
 
In einer modernen Leistungsgesellschaft ist Bildung ein zentrales Thema, lebenslanges Lernen eine der Herausforderungen der Zukunft. Das muss sich auch im öffentlichen Dienst niederschlagen. Starre Laufbahnsysteme, die lebenslang keine Veränderungen und Aufstiege mehr zulassen, sind mit dem Credo des „lifelong learning“ unvereinbar. Berufliches Fortkommen muss für alle Leistungsträger möglich sein, die Anrechnung von erworbenen Qualifikationen im Beruf und gegebenenfalls auch außerhalb des Berufslebens im öffentlichen Dienst eine Selbstverständlichkeit sein, fordert die dbb jugend.
 
In diesem Zusammenhang setzt sich die dbb jugend auch für die Einführung moderner Personalentwicklungskonzepte im öffentlichen Dienst ein. Denn Aufstiegsperspektiven, abgestimmt auf die persönliche Situation des Einzelnen, sind ein wesentlicher Motivator für die Beschäftigten. Moderne Instrumente der Personalführung und -förderung wie Mitarbeitergespräche müssen Einzug in die Verwaltung halten und ausgebaut werden, es muss eine neue Führungskultur im öffentlichen Dienst geben, die stets ein offenes Ohr für die Vorschläge, Ideen, Belange und Interessen der Beschäftigten hat. Moderne Personalführung setzt Leistungsanreize und schafft ein positives Arbeitsklima.